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Freitag, 31.07.2015 18:40 Alter: 3 Jahre

Herdecker Bürgerbus mit alten und neuen Sponsoren

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Bürgerbus Herdecke mit – v.l.n.r. - Franz-Wilhelm Buerdick/Stadtsparkasse Herdecke, Karl-Friedrich Müller/Bürgerbus Herdecke, Iris Wasser/DEW21 und Eberhard Dickow/Bürgerbus Herdecke (Quelle: Westfalenpost)

Seit nunmehr drei Jahren gehört der achtsitzige Bürgerbus mit seinem bequemen Niederflur-Einstieg zum Stadtbild von Herdecke. Dabei verbindet er Tag für Tag das Stadtzentrum unserer schönen Ruhrstadt mit den manchmal etwas schwierig erreichbaren Wohngegenden auf den Bergen rund um die Stadt. Keine andere Buslinie bedient mit vier Haltestellen in der City das Zentrum besser als der Bürgerbus! Mittlerweile hat er schon über 160.000 km „auf dem Buckel“ und ist für viele alte wie auch junge Herdecker und Herdeckerinnen zur Grundlage ihrer Mobilität geworden. In wenigen Monaten werden es schon 30.000 Fahrgäste sein, die mit dem Bürgerbus gefahren sind.

„Die Sparkasse macht den Bürgerbus mobil“ war und ist der Slogan, der die Absichten der Stadtsparkasse ausdrückt. „Der Bürgerbus verbindet Menschen und Institutionen miteinander, er fördert Mobilität und Kommunikation. Diese Idee finden wir sehr gut.“ war die Begründung des seinerzeitigen Sparkassendirektors Heinrich Borgmann für deren Engagement. Um dies stabil abzusichern, gab es zwischen der Sparkasse und dem Bürgerbusverein einen zunächst auf drei Jahre befristeten Vertrag, der die Sparkasse zum Hauptwerbepartner des Bürgerbusses machte. Dies fand seinen Niederschlag vor allem in der Bemalung des Busses, aber auch durch das rote Werbebanner der Sparkasse auf den Abfahrtafeln, dem Fahrplan und selbst auf den Rückseiten aller Fahrscheine.

Damit war der Bürgerbus so weit abgesichert, dass er ohne eine finanzielle Unterstützung der Herdecker öffentlichen Hand seinen Beitrag zur Erschließung auch der Randbezirke der Stadt leisten kann.

Mittlerweile erwirtschaftet der Bürgerbus seine Betriebskosten aus dem Verkauf der Tickets und die Werbeeinnahmen dienen der Deckung der Anschaffungskosten sowie der Schaffung von Rücklagen. Denn der Bus wird älter und damit auch gelegentlich technisch anfälliger. Bislang sind es nur die Reifen, Stoßdämpfer, Bremsen und Achslager, die unter endlos vielen Bergfahrten und Bordsteinkanten leiden, wenn auf schmalen Straßen ausgewichen werden muss. Aber auch größere Reparaturen werden kommen, auf die der Verein vorbereitet sein muss.

„Als Sparkasse haben wir neben unserem Kerngeschäft im Bankwesen einen klaren Auftrag: Wir fördern die Strukturen und Möglichkeiten unserer tollen Stadt und damit auch die unserer ortsansässigen Vereine und Kunden. Dabei springen wir auch schon mal dort ein, wo sich zwingender Bedarf abzeichnet.“ erläutert Sparkassendirektor Franz-Wilhelm Buerdick das Engagement der Stadtsparkasse.

„Wir sind dankbar für die Anschubfinanzierung der Sparkasse in den ersten drei Jahren und haben großes Verständnis dafür, dass sie sich jetzt, wo der Bürgerbus in ruhigerem Fahrwasser fährt, etwas zurücknimmt, damit andere Vereine und Gelegenheiten stärker gefördert werden können“ erklärt der Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Eberhard Dickow. Ausdruck findet dies in der reduzierten Werbung der Sparkasse auf dem Bürgerbus. „Da dies mit großem Vorlauf erfolgte, konnten wir uns um neue Werbepartner kümmern. Dank deren Engagement stehen wir wirtschaftlich jetzt genauso gut da wie vorher, verteilen aber die Lasten auf mehrere Schultern als vorher“ ergänzt Eberhard Dickow.

„Als regional verbundener Energieversorger engagieren wir uns auch in Herdecke für die gesellschaftlichen Belange der Bürgerinnen und Bürger. Mit der Unterstützung des Bürgerbusses haben wir die Möglichkeit, die Mobilität vor Ort mit zu fördern und auszubauen. Damit leisten wir einen weiteren Beitrag zur Lebensqualität vor Ort“ freut sich Iris Wasser, die bei DEW21 für Marketing und Vertrieb besonders auch für Herdecke verantwortlich ist. „Bereits in der Vergangenheit haben wir öfter mit dem Bürgerbus zusammengearbeitet und freuen uns, dass daraus nun eine feste Kooperation geworden ist.“ Der DEW21 steht nunmehr der gesamte Türbereich des Bürgerbusses als Werbefläche zur Verfügung.

Für die Werbefläche neben der Tür auf der rechten Seite des Busses konnte der Hörgeräte-Spezialist Steneberg gewonnen werden, der in Herdecke eine Filiale in der Hauptstraße 11 unterhält. „Ich bin über meine Mutter, die den Bürgerbus regelmäßig nutzt, auf diese hervorragende Werbemöglichkeit aufmerksam gemacht worden“ erklärt Nina Steneberg, Geschäftsführerin von Hörgeräte Steneberg. „Mit dieser Werbefläche erreichen wir ganz Herdecke und vor allem auch unsere Hauptzielgruppe, die natürlich schon etwas älter ist. Der Bürgerbus ist für uns eine ideale Werbeplattform. Und außerdem verdient er natürlich auch unsere Unterstützung, um ihn für Herdecke langfristig abzusichern.“

Weiterhin im wahrsten Sinne des Wortes „an Bord“ mit ihren Werbeflächen auf dem Bus bleiben das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke mit der Nutzung der Rückseite des Busses und das Ambulanticum, das die Leiste oberhalb der Fenster auf beiden Seiten des Busses belegt hat. Gerade diese beiden Institutionen, die das Bild von Herdecke in der Öffentlichkeit prägen, profitieren vom Bürgerbus, da der dort wortwörtlich bis vor die Tür fährt. Gerade für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität ist dies von großer Wichtigkeit. Dennoch: Auch mit nunmehr fünf Werbepartnern auf dem Bürgerbus bleiben die jeweiligen Flächen jeweils sehr gut erkennbar und sind damit wirksam, so dass der Bus nicht „zugekleistert“ wirkt.

Eine abschließende Bemerkung noch von Eberhard Dickow: „Dank der Werbung, mit der wir uns ein wirtschaftliches Polster für schlechtere Zeiten aufbauen, produzieren wir mittlerweile jährlich einen kleinen Gewinn. Daher zahlen wir – im Grunde genommen eigentlich gerne – Körperschafts- und Gewerbesteuer an Bund, Land und die Stadt Herdecke. Wer tut das schon im öffentlichen Nahverkehr? Der Bürgerbus ist schon etwas ganz Besonderes. Letztlich lebt er natürlich vor allem von der ehrenamtlichen Tätigkeit der Fahrer, denen man gar nicht genug danken kann. Aber das tun die dankbaren Fahrgäste jeden Tag. Und das ist eigentlich das Wichtigste.“