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Sonntag, 17.02.2019 13:13 Alter: 2 Jahre
Kategorie: Aktuelles, Startseite

Der neue Bus

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Was lange währt, wird endlich gut: Viel zu lange musste der Bürgerbusverein in Herdecke auf seinen neuen Bus warten. Seit Montag dieser Woche ist er nun im täglichen Einsatz und zieht seine Kreise auf den bekannten Linien in Herdecke. 

„Der nunmehr 6 ½ Jahre alte Bus war mit fast 350.000 km doch ein wenig in die Jahre gekommen und hat uns und unsere Fahrgäste mit zu häufigen und auch teuren Reparaturen ein wenig genervt“ bewertet Eberhard Dickow, der Vorsitzende des Bürgerbusvereins, die Lage.

Daher hat man sich auf die Suche nach etwas wirklich Neuem gemacht. Vor gut einem Jahr hat sich der Verein entschieden und über die VER den Förderantrag gestellt. Schließlich werden über 60% der Anschaffungskosten vom Land NRW gefördert. Die Lieferzeit wurde dann aber wegen der neuen Verbrauchstests um Monate überschritten, so dass er erst jetzt ausgeliefert wurde.

„Wir sind unheimlich froh und stolz, unseren Fahrgästen und der Stadt Herdecke ein wirklich tolles Fahrzeug anbieten zu können. Hier ist geradezu ein neues Zeitalter angebrochen“ schwärmt Eberhard Dickow bei der Vorstellung des Busses auf dem Rathausplatz. 

Was sind die Besonderheiten dieses Busses:

·         Basisfahrzeug ist ein VW T6, früher liebevoll „Bulli“ genannt. „Wichtig ist daran, dass er einen Frontantrieb hat, was für die Herdecker Topografie ideal ist. Außerdem kann er daher durchgängig mit einer Niederflurausstattung versehen werden. Das leichte Ein- und Aussteigen und keine Treppe im Innenraum des Busses werden unsere Fahrgäste sicher sehr schätzen“ sagt Eberhard Dickow. 

·         Die österreichische Firma Kutsenits rüstet diese Fahrzeuge zu Bürgerbussen um. Im Vergleich zum bisherigen Bus haben sie bei fast gleicher Länge einen spürbar längeren Radstand und die breitere Fahrgasttür weiter vorne liegen. Damit wird der Fahrgastraum fast einen Meter länger und hat viel mehr Raum für Rollatoren und Rollstühle. 

·         Die Fahrgasttür-Konstruktion ist auch eine völlig andere. „Endlich können wir auch an den Haltestellen mit erhöhten Bordsteinen ohne Abstand halten. Niemand muss Stufen klettern, sondern es geht ganz bequem und gefahrlos hinein – so wie bei den großen Bussen auch“ beschreibt Eberhard Dickow einen der wichtigsten Vorteile überhaupt.

·         Die bislang etwas improvisierte Stand- und Verzurrmöglichkeit für einen Rollstuhl ist deutlich verbessert, so dass hier wirklich von Barrierefreiheit gesprochen werden kann.

·         Für den Antrieb hat sich der Bürgerbusverein vom Umweltgedanken leiten lassen und den Motor auf den Betrieb mit dem Autogas LPG umrüsten lassen. „Wir fahren unsere Linien zu 100% in der Stadt Herdecke und wollen gerne unseren Beitrag zu einer gesünderen Luft leisten. Herdecke soll lebenswert bleiben“ betont Eberhard Dickow.  

Gerne hätte man auch einen Elektroantrieb bestellt. Leider ist diese Technik aber noch nicht so weit, dass aufgrund der schweren Batterien die geltenden Gewichtskriterien für das Fahren mit PKW-Führerscheinen eingehalten werden können.

Das äußere Erscheinungsbild des neuen Bürgerbusses ist dabei deutlich moderner: Mehr Glasflächen – ideal für die Fahrgäste – und ein größeres Raumgefühl sorgen für Großzügigkeit und Komfort. Und auch die technische Ausstattung – von der Beleuchtung über Abstandswarner bis hin zu einer Mikrofonanlage für die Stadtrundfahrten – ist deutlich verbessert worden.

Was geblieben ist sind die Werbepartner, die sich außen auf dem Bus präsentieren. Eberhard Dickow: „Wir sind unseren Sponsoren, für die wir gerne Werbung betreiben, sehr dankbar. Allesamt sind sie uns treu geblieben, alle unterstützen weiter das Bürgerbus-Projekt in Herdecke. Dank ihnen und unseren ehrenamtlichen Fahrern können wir den Bürgerbus, der mittlerweile von mehr als 70.000 Fahrgästen seit Betriebsbeginn im Mai 2012 genutzt worden ist, eigenwirtschaftlich betreiben.

Der alte Bus, der nun ins zweite Glied gerückt ist, bleibt Herdecke erhalten. Er wird als Reservebus weiter zur Verfügung stehen, so dass nicht bei jeder kleinen Wartung oder einem Reifenwechsel ein Bürgerbus der VER geholt werden muss, der dann leider nicht barrierefrei ist und nicht den gewohnten Komfort bietet. Also ein Gnadenbrot in allen Ehren. Fahrgäste und Fahrer werden es zu schätzen wissen.